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Herzlich willkommen bei monomeer!

monomeer ist ein Webshop für Produkte, die kein Plastik beinhalten und die ohne Plastik verpackt sind.

Mein Name ist Susan. Ich versuche seit einiger Zeit selbst, kein neues Plastik zu kaufen. Bevor ich 2014 monomeer gründete, tat ich mich ziemlich schwer damit, plastikfreie Alternativen zu finden. Ein Deo ohne Plastik, Bleistiftanspitzer ohne Plastik, Zahnseide ohne Plastik – das schien bisweilen ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Hatte ich Alternativprodukte gefunden, mußte ich sie mir mühsam aus Trillionen Onlineshops und Läden zusammensammeln. Das war mir irgendwie zu aufwändig.

monomeer will da weiterhelfen, als one-stop-shop für plastikfreies Einkaufen sozusagen. monomeer kuratiert für Euch Dinge, die plastikfrei nicht mal eben so bei Karstadt rumstehen. Das spart eine Menge Recherche, Wege, Zeit und Geld. Denn wir sollten es uns nicht schwerer machen, als es ohnehin schon ist, das plastikarme Leben.

Warum kein Plastik?

Gegen Plastik kann man aus vielen Gründen was haben. Ich kann es deswegen nicht leiden, weil es nicht mehr weggeht. Plastik verrottet nicht. Wenn es dann doch langsam auseinanderbröselt, sucht es Ärger. Es setzt Giftstoffe frei, schwimmt durch die Gegend und sammelt sich an den unmöglichsten Stellen an. Im Bauch von Fischen zum Beispiel.

Plastik kann man auch nicht gut recyceln. Idealerweise müßte es sortenrein gesammelt werden – doch in Deutschland werden im Gelben Sack die verschiedensten Plastikarten zusammengeworfen. Ich halte auch nix davon, etwas mit dem Argument zu produzieren, daß man es hinterher ja wiederverwerten kann. Was da ist, ist da. Auch recyceltes Plastik ist auf der Erde und geht nicht mehr weg, und wenn es hundert Mal benutzt wird. Sicher, recyceln ist schon mal ein guter Schritt. Aber es ist nach wie vor unwirtschaftlich und verbraucht Ressourcen. Daher sollten wir uns zunächst mal bescheiden und es halten wie die gute Bea Johnson: Refuse, reduce, reuse and rot. Wie wir sehen, kommt ‘reuse‘ erst an dritter Stelle. Und man soll Bea Johnson nicht widersprechen.

Plastik besteht zudem aus Erdöl. Erdöl aber kommt meist aus politisch instabilen Weltregionen und ist nicht ganz ungefährlich in der Förderung (ich erinnere an die Schlagzeilen meiner Jugend: Brent Spar, Exxon Valdez, Deep Water Horizon). Zudem ist es auch bald alle. Wieso bloß benutzen wir einen verschwindenden Rohstoff zur Herstellung von Dingen wie den Koziol Serviettenring Little Joe transparent pink, Eiswürfelformen mit Herzchenmotiv oder Glimmerserum für die Haare? Das kann doch nicht unser Ernst sein.

Aber es gibt doch Bioplastik?

Ja, und das ist prinzipiell schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Auch monomeer verkauft Produkte mit Bestandteilen aus Bioplastik. Aber Bioplastik ist nicht automatisch so dolle, wie man denken könnte. Gut ist, daß Bioplastik (zumindest teilsweise) auf nachwachsenden Rohstoffen basiert: Maisstärke, Holz, ja sogar Milch. Aber nachwachsende Rohstoffe sind nicht unbedingt biologisch abbau- oder kompostierbar. Celluloseacetat, ein halbsynthetischer Stoff, der beispielsweise für die Herstellung von Zigarettenfiltern, Textilien oder Spielzeug verwendet wird, wird nicht verrotten. Biopolymere aus Stärke, Zucker und Pflanzenöl sind nicht bio-abbaubar – während es übrigens fossile Kunststoffe gibt, die bio-abbaubar sind.

Generell sind Entsorgung und Recycling von Bioplastik ähnlich problembehaftet wie das von fossilem Plastik. PLA etwa – ein Bioplastik aus Polymilchsäure – wird derzeit nicht recycelt, weil davon bisher zu geringe Mengen anfallen. Recycling lohnt sich hier erst ab einer Menge von
100 000 Tonnen. Ganz richtig, man könnte als Konsequenz viel fossiles Plastik durch PLA ersetzen – oder, bis die Industrie handelt, einfach auf den Kauf von PLA verzichten.

Zudem kommt man automatisch zur Frage, wieviele potenzielle Lebensmittel-Anbauflächen wir dafür verwenden wollen, daß wir unsere Tomaten nach wie vor in einer Plastikschale nach Hause tragen dürfen?

Ein Leben ohne Plastik, das ist doch gar nicht möglich.

Stimmt. Unsere Welt ist so auf Plastik ausgerichtet, daß es ohne nicht geht. Bei allem, was wir konsumieren, ist Plastik im Spiel. Eine Busfahrt, die Bio-Birne vom Markt, der neue Kinofilm: Ganz zu Ende gedacht, ist Plastik immer ein Teil des Konsumgutkreislaufs.

Ich selbst könnte nie ohne meine Kontaktlinsen auskommen – die wohl plastikintensivste Neurose der Welt. Ich fahre ein Auto; und heute habe ich mir eine neue Balkonpflanze zugelegt. Natürlich im Plastetopf.

Aber ich versuche, sparsamer mit Dingen umzugehen, die nicht ohne Plastik auskommen. Mit dem Auto fahre ich vielleicht einmal die Woche, wenn ich etwas transportieren muß – ansonsten nehme ich das Fahrrad oder den Bus. Ich versuche, so viele meiner Balkonpflanzen wie möglich aus Samen zu ziehen. Nur bei den Kontaktlinsen ist es schwierig, zu sparen. Ich benutze sie genauso oft wie früher.

In anderen Bereichen meines Lebens fällt es mir leichter, zu verzichten: Ich kaufe konsequent keine Lebensmittel mehr, die in Plastik verpackt sind (herbster Verlust: Kekse!). Mein Lieblingsessen Kartoffeln mit Quark gibt es nur noch, wenn ich auf dem Markt Quark im Schraubglas erwische. Meine Haare haben seit Monaten keine Spülung mehr gesehen.

All der Verzicht – und oftmals empfinde ich es gar nicht als solchen – lohnt sich: Mein letzter Gelber Sack hat zehn Monate gebraucht, um voll zu werden. Früher habe ich mindestens einen Gelben Sack pro Monat benötigt.

Es bringt also wirklich was. Jeder einzelne kann etwas tun – auch Du. Wir müssen ja keine Heiligen sein. Aber ein bißchen am Riemen reißen können wir uns schon. Oder?